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2012/21/0153 ECLI:AT:VWGH:2012:2012210153.X00 KI-generiert

FPG summons lacking Bescheid character: inadmissibility of appeal against non-automatic arrest order threat

Geschäftsnummer 2012/21/0153
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Österreich (AT)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Administrative Court dismissed the appeal as inadmissible, thereby leaving the challenged measure in force. The case concerned a "summons" issued by the Federal Police Directorate to a foreign national for identity verification, which threatened the issuance of an arrest order under § 74 Abs. 2 Z 2 FPG if the summons was ignored without valid reason. The court determined that the document did not constitute an administrative act (Bescheid) because the threatened consequence—an arrest order for non-compliance with departure obligations—did not legally follow automatically from the failure to appear, unlike an arrest order under § 74 Abs. 2 Z 4 FPG which is triggered by non-compliance with a summons; consequently, the measure was classified as a mere procedural "simple summons." The court rejected the appellant's argument that the citation of § 74 Abs. 2 Z 2 FPG was a clerical error intended to reference § 74 Abs. 2 Z 4 FPG, noting the provision was cited twice and that the correct legal basis for the intended automatic consequence was not properly stated.

Legislator-Regeste

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§ 74 Abs. 2 Z 2 FPG, § 19 AVG, § 77 Abs. 4 FPG, § 10 AsylG, § 74 Abs. 2 Z 4 FPG, § 34 Abs. 1 und 3 VwGG; FPG summons lacking Bescheid character: inadmissibility of appeal against non-automatic arrest order threat: The case concerned a "summons" issued by the Federal Police Directorate to a foreign national for identity verification, which threatened the issuance of an arrest order under § 74 Abs. 2 Z 2 FPG if the summons was ignored without valid reason. The court determined that the document did not constitute an administrative act (Bescheid) because the threatened consequence—an arrest order for non-compliance with departure obligations—did not legally follow automatically from the failure to appear, unlike an arrest order under § 74 Abs. 2 Z 4 FPG which is triggered by non-compliance with a summons; consequently, the measure was classified as a mere procedural "simple summons." The court rejected the appellant's argument that the citation of § 74 Abs. 2 Z 2 FPG was a clerical error intended to reference § 74 Abs. 2 Z 4 FPG, noting the provision was cited twice and that the correct legal basis for the intended automatic consequence was not properly stated.

Schlagwörter

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Identitätsnachweispflicht Ausweis Drohung gegen Behörden und Beamte Gesuch an eine Behörde Polizeibewilligung Ausweispapier

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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§ 74 Abs. 2 Z 2 FPG
Als Rechtsgrundlagen wurden neben § 74 Abs. 2 Z 2 FPG noch § 19 AVG und § 77 Abs.
§ 19 AVG
2 Z 2 FPG noch § 19 AVG und § 77 Abs.
§ 77 Abs. 4 FPG
2 Z 2 FPG noch § 19 AVG und § 77 Abs. 4 FPG angeführt.
§ 10 AsylG
1, § 10 AsylG 2005) nicht nachgekommen ist“.
§ 74 Abs. 2 Z 4 FPG
2 Z 2 FPG knüpft demnach, anders als etwa ein solcher nach § 74 Abs. 2 Z 4 FPG, nicht unmittelbar an die Nichtbefolgung der Ladung an; ein ungerechtfertigtes Ausbleiben vom Termin zöge mit Blick auf § 74 Abs.
§ 34 Abs. 1 und 3 VwGG
Provision explicitly cited in the final sentence to dismiss the appeal as inadmissible because the challenged measure was not an administrative act subject to judicial review.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 34 Abs. 1 und 3 VwGG

Provision explicitly cited in the final sentence to dismiss the appeal as inadmissible because the challenged measure was not an administrative act subject to judicial review.

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Volltext

Die Beschwerde wird zurückgewiesen.

Die Beschwerde wird zurückgewiesen.

Mit der als „Ladungsbescheid“ titulierten Erledigung der Bundespolizeidirektion Wien (der belangten Behörde) vom 4. Juli 2012 wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, am 13. Juli 2012 zu einem näher angeführten Zeitpunkt zur belangten Behörde zu kommen, um in der Angelegenheit „Identitätsfeststellung“ als Partei mitzuwirken. Wenn er diesen „Ladungsbescheid“ ohne Vorliegen eines wichtigen Grundes nicht befolge, müsse er damit rechnen, dass ein Festnahmeauftrag gemäß § 74 Abs. 2 Z 2 Fremdenpolizeigesetz 2005 FPG erlassen werde. Als Rechtsgrundlagen wurden neben § 74 Abs. 2 Z 2 FPG noch § 19 AVG und § 77 Abs. 4 FPG angeführt.

Die gegen diese Erledigung erhobene Beschwerde erweist sich aus folgenden Gründen als unzulässig:

In der gegenständlichen Ladung wurde ausschließlich die Erlassung eines Festnahmeauftrages gemäß § 74 Abs. 2 Z 2 FPG angedroht. Nach dieser Bestimmung kann gegen einen Fremden ein Festnahmeauftrag erlassen werden, „wenn er seiner Verpflichtung zur Ausreise (§§ 52 Abs. 1 und 70 Abs. 1, § 10 AsylG 2005) nicht nachgekommen ist“.

Ein Festnahmeauftrag nach § 74 Abs. 2 Z 2 FPG knüpft demnach, anders als etwa ein solcher nach § 74 Abs. 2 Z 4 FPG, nicht unmittelbar an die Nichtbefolgung der Ladung an; ein ungerechtfertigtes Ausbleiben vom Termin zöge mit Blick auf § 74 Abs. 2 Z 2 FPG keine unmittelbar aus der Ladung resultierende gesetzliche Rechtsfolge nach sich. Von daher kommt einer Ladung, die sich wie hier nur auf § 74 Abs. 2 Z 2 FPG bezieht, aber kein Bescheidcharakter zu (vgl. dazu den hg. Beschluss vom 20. Oktober 2011, Zl. 2010/21/0486, auf dessen Begründung des Näheren gemäß § 43 Abs. 2 und 9 VwGG verwiesen wird).

Die Beschwerde meint zwar, dass es sich bei der Nennung des § 74 Abs. 2 Z 2 FPG in der Ladung um einen bloßen Schreibfehler handle und die belangte Behörde im Fall des unentschuldigten Fernbleibens einen Festnahmeauftrag nach § 74 Abs. 2 Z 4 FPG erlassen werde. Ein solcher Festnahmeauftrag dürfte aber wegen Nichtbefolgung der bekämpften Ladung nicht erlassen werden (und ein dennoch auf § 74 Abs. 2 Z 4 FPG gestützter Festnahmeauftrag wäre jedenfalls rechtswidrig), weil nicht diese Rechtsfolge angedroht war, sondern eindeutig nur ein Festnahmeauftrag gemäß § 74 Abs. 2 Z 2 FPG. Im Übrigen spricht schon die zweimalige Nennung des § 74 Abs. 2 Z 2 FPG - sowohl im Zusammenhang mit der angedrohten Rechtsfolge als auch bei den Rechtsgrundlagen - gegen ein Schreibversehen.

Die vorliegende Erledigung kann somit bloß als „einfache Ladung“, bei der es sich um keinen Bescheid handelt, angesehen werden. Die dagegen erhobene Beschwerde war daher gemäß § 34 Abs. 1 und 3 VwGG in nichtöffentlicher Sitzung zurückzuweisen.

Wien, am 28. August 2012