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2006/01/0104 ECLI:AT:VWGH:2006:2006010104.X00 KI-generiert

Annulment of cost assessment due to removal of underlying administrative decision foundation

Geschäftsnummer 2006/01/0104
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Österreich (AT)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)
Kostenauflage zulasten Vorinstanz / Staat

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Administrative Court (VwGH) annulled the appealed decision concerning a cost assessment, effectively ruling in favor of the complainant who was assessed EUR 825.90 in litigation costs. The dispute arose from a prior administrative decision that had partially dismissed the complainant's challenge against police actions, including a search of his dormitory and personal belongings at a refugee camp, while suspending the determination of the complainant's share of the proceedings' costs pending the final outcome of that challenge. The decisive legal basis was the doctrine that the annulment of the underlying administrative decision (which had justified the cost suspension) by the VwGH on the same day removed the legal foundation for the subsequent cost assessment, leading to the mandatory annulment of the cost order under § 42 Abs. 2 Z 3 lit. c VwGG due to procedural illegality.

Legislator-Regeste

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§ 79a AVG, § 38 AVG, § 52 Abs. 2 VwGG, § 42 Abs. 2 Z 3 lit. c VwGG, §§ 47 ff VwGG iVm der VwGH-Aufwandersatzverordnung 2003; Annulment of cost assessment due to removal of underlying administrative decision foundation: The dispute arose from a prior administrative decision that had partially dismissed the complainant's challenge against police actions, including a search of his dormitory and personal belongings at a refugee camp, while suspending the determination of the complainant's share of the proceedings' costs pending the final outcome of that challenge. The decisive legal basis was the doctrine that the annulment of the underlying administrative decision (which had justified the cost suspension) by the VwGH on the same day removed the legal foundation for the subsequent cost assessment, leading to the mandatory annulment of the cost order under § 42 Abs. 2 Z 3 lit. c VwGG due to procedural illegality.

Schlagwörter

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§ 79a AVG § 38 AVG § 52 Abs. 2 VwGG § 42 Abs. 2 Z 3 lit. c VwGG §§ 47 ff VwGG iVm der VwGH-Aufwandersatzverordnung 2003

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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§ 79a AVG
sprach die belangte Behörde dem Beschwerdeführer gemäß § 79a AVG Aufwandersatz zu, während sie mit Spruchpunkt IV.
§ 38 AVG
§ 52 Abs. 2 VwGG
Mit dem nunmehr angefochtenen Bescheid holte die belangte Behörde den ausgesetzten Kostenausspruch nach und sprach dem Bund gemäß § 79a AVG iVm § 1 UVS-Aufwandersatzverordnung 2003 und § 52 Abs. 2 VwGG Aufwandersatz in der Höhe von EUR 825,90 (dreimal Verhandlungsaufwand) zu.
§ 42 Abs. 2 Z 3 lit. c VwGG
Legal basis for annulling the contested cost decision due to procedural illegality resulting from the removal of its underlying foundation.
§§ 47 ff VwGG iVm der VwGH-Aufwandersatzverordnung 2003
Legal basis for awarding the complainant reimbursement of their own procedural costs.

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 42 Abs. 2 Z 3 lit. c VwGG

Legal basis for annulling the contested cost decision due to procedural illegality resulting from the removal of its underlying foundation.

§§ 47 ff VwGG iVm der VwGH-Aufwandersatzverordnung 2003

Legal basis for awarding the complainant reimbursement of their own procedural costs.

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Volltext

Der angefochtene Bescheid wird wegen Rechtswidrigkeit infolge Verletzung von Verfahrensvorschriften aufgehoben.

Der Bund hat dem Beschwerdeführer Aufwendungen in der Höhe von EUR 1.171,20 binnen zwei Wochen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.

Der Beschwerdeführer hatte gegen ein auch ihn betreffendes Einschreiten von Gendarmeriebeamten am 17. Jänner 2000 im "Flüchtlingslager Traiskirchen" Beschwerde "gemäß §§ 67a Abs. 1 Z. 2 AVG und 88, 89 SPG" an die belangte Behörde erhoben. Mit Bescheid vom 22. August 2003 gab die belangte Behörde seiner Beschwerde nur teilweise Folge und wies sie ua. im Punkt "Durchsuchung der Schlafstelle und der persönlichen Besitztümer" als unbegründet ab. Unter Spruchpunkt III. sprach die belangte Behörde dem Beschwerdeführer gemäß § 79a AVG Aufwandersatz zu, während sie mit Spruchpunkt IV. die Entscheidung über die Höhe des Anteils des Beschwerdeführers am Ersatz des Verhandlungsaufwandes, den er dem Bund zu leisten habe, "bis zur Rechtskraft der Entscheidungen über die von allen an der Amtshandlung vom 17.1.2000 Betroffenen als rechtswidrig in Beschwerde gezogenen Verwaltungsakte" gemäß § 38 AVG aussetzte.

Mit dem nunmehr angefochtenen Bescheid holte die belangte Behörde den ausgesetzten Kostenausspruch nach und sprach dem Bund gemäß § 79a AVG iVm § 1 UVS-Aufwandersatzverordnung 2003 und § 52 Abs. 2 VwGG Aufwandersatz in der Höhe von EUR 825,90 (dreimal Verhandlungsaufwand) zu. Der Entscheidung liegt zu Grunde, dass der Beschwerdeführer mit seiner seinerzeitigen Administrativbeschwerde im Punkt "Durchsuchung seiner Schlafstelle und seiner persönlichen Besitztümer" nicht erfolgreich gewesen ist.

Mit hg. Erkenntnis vom heutigen Tag, Zlen. 2003/01/0501 und 0519, wurde der zuvor erwähnte Bescheid vom 22. August 2003 im eben genannten Spruchpunkt wegen Rechtswidrigkeit infolge Verletzung von Verfahrensvorschriften aufgehoben. Damit wurde auch dem darauf basierenden gegenständlichen Kostenbescheid die Grundlage entzogen, weshalb er gleichfalls gemäß § 42 Abs. 2 Z 3 lit. c VwGG wegen Rechtswidrigkeit infolge Verletzung von Verfahrensvorschriften aufzuheben war.

Der Spruch über den Aufwandersatz gründet sich auf die §§ 47 ff VwGG iVm der VwGH-Aufwandersatzverordnung 2003.

Wien, am 14. November 2006