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E7/2020 ECLI:AT:VFGH:2020:E7.2020 KI-generiert

Standing of administrative organ to challenge dismissal of commission member as violation of constitutional right to statutory judge

Geschäftsnummer E7/2020
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Österreich (AT)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Austrian Constitutional Court dismissed the constitutional complaint as inadmissible, thereby upholding the Federal Administrative Court’s 2019 ruling that had annulled the Ombudsman’s Board’s 2016 dismissal of a commission member and remanded the matter. The dispute concerned the procedural validity of a board decision to dismiss a commission member, which the appellant challenged as a violation of the constitutional right to a hearing by the competent statutory judge, given that the original act had been previously reclassified as an administrative order by the Administrative Court. The Court held that the Ombudsman’s Board, acting as a federal administrative organ, lacked standing to file a constitutional complaint under Article 144 of the Federal Constitutional Law because such organs cannot assert violations of subjective rights, and no other constitutional basis for standing was applicable; consequently, the complaint was rejected without further proceedings under Section 19(3) of the Constitutional Court Act.

Legislator-Regeste

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Art144 Abs1 BVG, §19 Abs3 Z2 lite VfGG; Standing of administrative organ to challenge dismissal of commission member as violation of constitutional right to statutory judge: The dispute concerned the procedural validity of a board decision to dismiss a commission member, which the appellant challenged as a violation of the constitutional right to a hearing by the competent statutory judge, given that the original act had been previously reclassified as an administrative order by the Administrative Court. The Court held that the Ombudsman’s Board, acting as a federal administrative organ, lacked standing to file a constitutional complaint under Article 144 of the Federal Constitutional Law because such organs cannot assert violations of subjective rights, and no other constitutional basis for standing was applicable; consequently, the complaint was rejected without further proceedings under Section 19(3) of the Constitutional Court Act.

Schlagwörter

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Beendigung des Auftrags verwaltungsrechtlicher Widerruf Nichtverlängerung des Vertrags Anfechtung der Löschung Widerruf des Konkurses Rückzug des Betreibungsbegehrens

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art144 Abs1 BVG
Cited as the primary constitutional basis for the complaint, which the court found did not grant standing to the administrative organ.
§19 Abs3 Z2 lite VfGG
Procedural rule applied to dismiss the complaint without further proceedings due to lack of standing.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art144 Abs1 BVG

Cited as the primary constitutional basis for the complaint, which the court found did not grant standing to the administrative organ.

§19 Abs3 Z2 lite VfGG

Procedural rule applied to dismiss the complaint without further proceedings due to lack of standing.

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Volltext

Die Beschwerde wird zurückgewiesen.

Begründung

1. Mit Beschluss vom 18. November 2019 behob das Bundesverwaltungsgericht die Entscheidung des Kollegiums der Volksanwaltschaft vom 8. Juli 2016, mit der ein vor dem Bundesverwaltungsgericht beschwerdeführendes Kommissionsmitglied als Kommissionsmitglied gemäß Art148h Abs3 BVG iVm §1 Abs2 iVm §12 Abs4 Volksanwaltschaftsgesetz abberufen wurde; zugleich verwies es die Angelegenheit zur Erlassung einer neuen Entscheidung an das Kollegium der Volksanwaltschaft zurück.

Gegen diesen Beschluss richtet sich die vorliegende, auf Art144 BVG gestützte Beschwerde des Kollegiums der Volksanwaltschaft, in der die durch das Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 26. Juni 2019, Ro 2018/03/0009, bewirkte bescheidmäßige Erledigung der Abberufung eines Kommissionsmitgliedes als Verletzung im verfassungsgesetzlich gewährleisteten Recht auf ein Verfahren vor dem gesetzlichen Richter geltend gemacht und die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses beantragt wird.

2. Die Beschwerde ist nicht zulässig:

Die Legitimation zur Beschwerdeführung vor dem Verfassungsgerichtshof ist nach Art144 Abs1 BVG dann gegeben, wenn durch die bekämpfte Entscheidung ein subjektives Recht der beschwerdeführenden Partei verletzt sein kann (vgl zB VfSlg 17.847/2006, 17.587/2005 mwN).

Das Kollegium der Volksanwaltschaft, das die Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof seinerseits nach Aufhebung der – mit Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 26. Juni 2019, Ro 2018/03/0009, als Bescheid qualifizierten – Entscheidung des Kollegiums der Volksanwaltschaft über die Abberufung eines Kommissionsmitgliedes erhob, wird im vorliegenden Fall als Verwaltungsorgan des Bundes tätig. Für ein solches kann aber die Legitimation zur Beschwerdeführung vor dem Verfassungsgerichtshof mangels Möglichkeit der Verletzung in einem subjektiven Recht aus Art144 BVG nicht hergeleitet werden (vgl VfSlg 17.838/2006, 17.220/2004, 15.079/1998).

Da auch sonst keine verfassungsgesetzliche Rechtsgrundlage für die Einräumung einer Beschwerdelegitimation an das Kollegium der Volksanwaltschaft besteht, ist die Beschwerde mangels Legitimation gemäß §19 Abs3 Z2 lite VfGG ohne weiteres Verfahren in nichtöffentlicher Sitzung zurückzuweisen.

Bei diesem Ergebnis kann es dahinstehen, wie der dem angefochtenen Beschluss zugrunde liegende Akt der Abberufung eines Kommissionsmitgliedes zu beurteilen ist, weil dem Kollegium der Volksanwaltschaft in keiner Konstellation – weder als Verwaltungsorgan noch als (Hilfs-)Organ der Gesetzgebung – eine Beschwerdelegitimation an den Verfassungsgerichtshof zukommt.