Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
G295/2016 ua ECLI:AT:VFGH:2016:G295.2016 KI-generiert

Constitutional challenge to criminal procedure restrictions on objections to indictments: insufficient prospect of success for fair trial and equality claims

Geschäftsnummer G295/2016 ua
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Österreich (AT)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Constitutional Court declined to process the constitutional complaints, effectively dismissing them without examining whether all procedural prerequisites were met. The applicants challenged the constitutionality of provisions in the Code of Criminal Procedure restricting the grounds for objecting to an indictment to serious inaccuracies, alleging violations of the rights to a fair trial, equality before the law, and the rule of law. The Court rejected the claims under Art. 140 Abs. 1 lit. d and Art. 140 Abs. 1b of the Federal Constitutional Law, finding no sufficient prospect of success because existing case law indicated that such limited objection grounds do not amount to a complete loss of legal protection or a constitutional violation, thereby resolving the dispute in favor of the validity of the challenged statutory framework.

Legislator-Regeste

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Art140 Abs1b BVG; The Constitutional Court may decline to examine a constitutionality complaint if there is no reasonable prospect of success, particularly when the alleged violations are based on minor inaccuracies in the indictment and do not threaten a final loss of legal protection.

Schlagwörter

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Constitutional Court admissibility reasonable prospect of success fair trial rights violation equality before the law criminal procedure provisions procedural prerequisites decline to examine Gemeindeverordnung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art140 Abs1 Z1 litd BVG
Main ground for declining the treatment of the application as it defined the jurisdictional scope for abstract constitutional review.
Art140 Abs1b BVG
Der Verfassungsgerichtshof kann die Behandlung eines Antrages gemäß Art140 Abs1 Z1 litd BVG ablehnen, wenn er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat (Art140 Abs1b BVG; vgl.
Art6 EMRK
des §84 Abs1 Z1 StPO wegen Verstoßes gegen die verfassungsgesetzlich gewährleisteten Rechte auf ein faires Verfahren (Art6 EMRK, Art47 GRC) und auf Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz (Art7 BVG, Art20 GRC) sowie gegen das "rechtsstaatliche Prinzip".
Art47 GRC
des §84 Abs1 Z1 StPO wegen Verstoßes gegen die verfassungsgesetzlich gewährleisteten Rechte auf ein faires Verfahren (Art6 EMRK, Art47 GRC) und auf Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz (Art7 BVG, Art20 GRC) sowie gegen das "rechtsstaatliche Prinzip".
Art7 BVG
des §84 Abs1 Z1 StPO wegen Verstoßes gegen die verfassungsgesetzlich gewährleisteten Rechte auf ein faires Verfahren (Art6 EMRK, Art47 GRC) und auf Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz (Art7 BVG, Art20 GRC) sowie gegen das "rechtsstaatliche Prinzip".
Art20 GRC
des §84 Abs1 Z1 StPO wegen Verstoßes gegen die verfassungsgesetzlich gewährleisteten Rechte auf ein faires Verfahren (Art6 EMRK, Art47 GRC) und auf Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz (Art7 BVG, Art20 GRC) sowie gegen das "rechtsstaatliche Prinzip".
§19 Abs3 Z1 iVm §31 letzter Satz VfGG
Procedural rule cited as the basis for the order to refrain from processing the applications.
§213 Abs2 StPO
§84 Abs1 Z1 StPO
des §84 Abs1 Z1 StPO wegen Verstoßes gegen die verfassungsgesetzlich gewährleisteten Rechte auf ein faires Verfahren (Art6 EMRK, Art47 GRC) und auf Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz (Art7 BVG, Art20 GRC) sowie gegen das "rechtsstaatliche Prinzip".

Zitierte Rechtsprechung

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VfGH 24.2.2015, G13/2015
VfGH 24.2.2015, G13/2015).
VfSlg 12.691/1991
VfSlg 12.691/1991, 13.471/1993, 14.895/1997, 16.824/2003).
VfSlg 13.471/1993
VfSlg 14.895/1997
VfSlg 16.824/2003
VfSlg 15.193/1998
Er hat sohin ausschließlich zu beurteilen, ob die angefochtene Bestimmung aus den in der Begründung des Antrages dargelegten Gründen verfassungswidrig ist (VfSlg 15.193/1998, 16.374/2001, 16.538/2002, 16.929/2003).
VfSlg 16.374/2001
VfSlg 16.538/2002
VfSlg 16.929/2003
VfSlg 15.529/1999
VfSlg 15.786/2000
VfGH 23.2.2016, G574/2015
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art140 Abs1 Z1 litd BVG

Main ground for declining the treatment of the application as it defined the jurisdictional scope for abstract constitutional review.

§19 Abs3 Z1 iVm §31 letzter Satz VfGG

Procedural rule cited as the basis for the order to refrain from processing the applications.

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Volltext

Die Behandlung der Anträge wird abgelehnt.

Begründung

1. Der Verfassungsgerichtshof kann die Behandlung eines Antrages gemäß Art140 Abs1 Z1 litd BVG ablehnen, wenn er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat (Art140 Abs1b BVG; vgl. VfGH 24.2.2015, G13/2015).

Der Verfassungsgerichtshof hat sich in einem auf Antrag eingeleiteten Verfahren zur Prüfung der Verfassungsmäßigkeit eines Gesetzes gemäß Art140 BVG auf die Erörterung der aufgeworfenen Fragen zu beschränken (vgl. VfSlg 12.691/1991, 13.471/1993, 14.895/1997, 16.824/2003). Er hat sohin ausschließlich zu beurteilen, ob die angefochtene Bestimmung aus den in der Begründung des Antrages dargelegten Gründen verfassungswidrig ist (VfSlg 15.193/1998, 16.374/2001, 16.538/2002, 16.929/2003).

2. Die Antragsteller behaupten die Verfassungswidrigkeit der Bestimmung des §213 Abs2 bzw. des §84 Abs1 Z1 StPO wegen Verstoßes gegen die verfassungsgesetzlich gewährleisteten Rechte auf ein faires Verfahren (Art6 EMRK, Art47 GRC) und auf Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz (Art7 BVG, Art20 GRC) sowie gegen das "rechtsstaatliche Prinzip".

3. Vor dem Hintergrund der einschlägigen Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofes (VfSlg 15.529/1999, 15.786/2000 und VfGH 23.2.2016, G574/2015) lässt das Vorbringen der Antragsteller angesichts der Beschränkung der Einspruchsgründe auf die Geltendmachung grober Unrichtigkeiten der Anklageschrift sowie des Umstandes, dass ein endgültiger Verlust jeglichen Rechtschutzes hier gerade nicht droht, die behauptete Verfassungswidrigkeit des Gesetzes als so wenig wahrscheinlich erkennen, dass die Anträge keine hinreichende Aussicht auf Erfolg haben.

Demgemäß wurde – ohne das Vorliegen sämtlicher Prozessvoraussetzungen, insbesondere das Vorliegen einer in erster Instanz entschiedenen Rechtssache iSd Art140 Abs1 Z1 litd BVG, geprüft zu haben – beschlossen, von einer Behandlung der Anträge abzusehen (§19 Abs3 Z1 iVm §31 letzter Satz VfGG).