Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
B378/85 ECLI:AT:VFGH:1985:B378.1985 KI-generiert

Supervisory authority’s refusal to act does not constitute a justiciable administrative order

Geschäftsnummer B378/85
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Österreich (AT)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Constitutional Court dismissed the constitutional complaint as inadmissible, leaving the administrative agency’s communication in force. The dispute concerned a letter from the Federal Minister for Health and Environmental Protection to the complainant, which stated that no supervisory action was warranted regarding a decision by the Federal Chamber of Veterinary Surgeons concerning membership in a maintenance fund; the complainant challenged this communication as a formal administrative order violating their rights due to the application of alleged unconstitutional provisions of the Veterinary Surgeons Act and the chamber's bylaws. The Court held that a declaration by an authority that it finds no occasion to issue a supervisory order lacks any legal shaping or determinative content, and thus does not constitute an "administrative order" (Bescheid) within the meaning of Article 144(1) of the Federal Constitutional Law, regardless of the factual reasons provided, rendering the complaint procedurally inadmissible.

Legislator-Regeste

KI-generiert

§ 50 Abs 2 Tierärztegesetz; § 50 Abs 4 Tierärztegesetz; Art 144 Abs 1 B-VG: A statement by an authority that it finds no grounds for supervisory measures does not constitute a legally binding administrative order or decision.

Schlagwörter

KI-generiert
administrative order supervisory authority constitutional complaint legal form administrative law

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
§ 50 Abs 2 Tierärztegesetz
§ 50 Abs 4 Tierärztegesetz
Art 144 Abs 1 B-VG
§§ 62 Abs 1 und 2, 64 Abs 2 Tierärztegesetz
Satzung des Versorgungsfonds der Bundeskammer der Tierärzte Österreichs vom 27. 3. 1976
1975/16), insbesondere §§62 Abs1 und 2, 64 Abs2 und der Satzung des Versorgungsfonds der Bundeskammer der Tierärzte Österreichs vom 27. 3. 1976 in der geltenden Fassung (insbes.
Art144 B-VG
April 1985 als Bescheid und erhob dagegen die auf Art144 B-VG gestützte Beschwerde.
Art144 Abs1 B-VG
Ein derartiger Verwaltungsakt ist daher kein Bescheid iS des Art144 Abs1 B-VG (vgl.

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
VfSlg. 4113/1961
VfSlg. 4113/1961, 5623/1967, 5885/1969).
VfSlg. 5623/1967
VfSlg. 5885/1969
VfSlg. 5217/1966
VfSlg. 5217/1966, 6456/1971, 9095/1981, 10023/1984).
VfSlg. 6456/1971
VfSlg. 9095/1981
VfSlg. 10023/1984

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Die Beschwerde wird zurückgewiesen.

Begründung:

1. Der Bundesminister für Gesundheit und Umweltschutz hat an den Bf. folgendes Schreiben vom 11. April 1985, Z IV-441.225/2-1/85, gerichtet:

"Der Bundesminister für Gesundheit und Umweltschutz als Aufsichtsbehörde gemäß §50 Abs2 des Tierärztegesetzes, BGBl. Nr. 16/1975, hat auf Grund der Aufsichtsbeschwerde von Tierarzt Dr. D T, vertreten durch Dr. H N, Rechtsanwalt, gegen den Bescheid des Vorstandes der Bundeskammer der Tierärzte Österreichs vom 15. Dezember 1984, Zl. 1172-17/84, betreffend Zugehörigkeit zum Versorgungsfonds, keinen Anlaß zu einer aufsichtsbehördlichen Verfügung gemäß §50 Abs4 des Tierärztegesetzes gefunden."

In den weiteren Ausführungen des Schreibens sind die Erwägungen dargelegt, die den Bundesminister für Gesundheit und Umweltschutz zu der angeführten Mitteilung an den Bf. bewogen haben.

2. Der Bf. wertete das Schreiben des Bundesministers für Gesundheit und Umweltschutz vom 11. April 1985 als Bescheid und erhob dagegen die auf Art144 B-VG gestützte Beschwerde. In dieser wird die kostenpflichtige Aufhebung des angefochtenen Bescheides beantragt und begehrt, auszusprechen, "daß der Beschwerdeführer wegen Anwendung verfassungswidriger Bestimmungen des TierärzteG (BGBl. 1975/16), insbesondere §§62 Abs1 und 2, 64 Abs2 und der Satzung des Versorgungsfonds der Bundeskammer der Tierärzte Österreichs vom 27. 3. 1976 in der geltenden Fassung (insbes. §4 Abs2) in seinen Rechten verletzt wurde".

3. Wie der VfGH schon wiederholt ausgesprochen hat, fehlt der Erklärung einer Behörde, daß sie zu aufsichtsbehördlichen Verfügungen keinen Anlaß finde, jeder rechtsgestaltende oder rechtsfeststellende Inhalt. Ein derartiger Verwaltungsakt ist daher kein Bescheid iS des Art144 Abs1 B-VG (vgl. VfSlg. 4113/1961, 5623/1967, 5885/1969). Diese rechtliche Qualität der Antwort der Behörde ändert sich auch dadurch nicht, daß sie die Gründe nennt, die dazu geführt haben, daß die Anregung der Partei zur Ausübung des Aufsichtsrechtes nicht aufgegriffen wurde (vgl. VfSlg. 5217/1966, 6456/1971, 9095/1981, 10023/1984).

Demgemäß mußte die Beschwerde als unzulässig zurückgewiesen werden.