Pre-election constitutional challenge: lack of jurisdiction to suspend future municipal votes
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Constitutional Court rejected both the request to suspend and reschedule the upcoming municipal council election in Salzburg scheduled for October 4, 1992, and the associated pre-election challenge, effectively allowing the electoral process to proceed without intervention. The dispute involved a registered party list filing an application to halt the election and declare the procedure null and void, arguing that the local electoral authority had violated constitutional principles by accepting an irregular candidate list and relying on specific provisions of the Salzburg Municipal Election Ordinance 1974 that the petitioner claimed were unconstitutional. The Court held that it lacked jurisdiction to issue preventive orders suspending future elections under Article 141 of the Federal Constitution, as its electoral review authority is limited to examining completed elections following the final act of the procedure; consequently, the challenge was deemed inadmissible due to a procedural obstacle, and the petition for a review of the specific statutory provisions was disregarded because those norms were not applied in determining the admissibility of the premature challenge.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 141 B-VG; The Constitutional Court lacks jurisdiction to suspend or postpone a future election, as its review competence under Article 141 of the Constitution applies only to elections that have already been concluded.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertZitierte Rechtsprechung
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertProcedural basis cited in the final order to justify that the decisions were taken without further proceedings in a non-public session.
Volltext
Der Antrag auf "Aussetzung und Verschiebung der Wahl für den Gemeinderat der Stadt Salzburg am 4. Oktober 1992" wird zurückgewiesen.
Die Wahlanfechtung wird zurückgewiesen.
Begründung:
1.1. Der Bürgermeister der Landeshauptstadt Salzburg schrieb im Einvernehmen mit dem Gemeinderat gemäß §4 Abs1 iVm §95 litb Salzburger Gemeindewahlordnung 1974 (GWO), LGBl. 72/1974 idF 79/1989, im Amtsblatt der Landeshauptstadt Salzburg vom 15. Juni 1992 die Wahl zum Gemeinderat der Landeshauptstadt Salzburg aus und setzte als Wahltag den 4. Oktober 1992 fest.
1.2. Mit einem am 19. September 1992 zur Post gegebenen und an
den Verfassungsgerichtshof gerichteten Schreiben beantragte R R als
zustellungsbevollmächtigter Vertreter der Liste "GRÜNER-FREIDENKER
R R" die "Aussetzung und Verschiebung der Wahl für den Gemeinderat
der Stadt Salzburg am 4. Oktober 1992 ..., ansonsten ... die
Nichtigerklärung des Wahlverfahrens". Begründend führte er ua. aus,
die "Gemeindewahlbehörde hätte ... den Wahlvorschlag
GRÜNER-FREIDENKER R R zur Gemeinderatswahl zulassen müssen oder die Wahl verschieben, bis eine verfassungsgemäße Korrektur des §44 Abs2 GWO erfolgt wäre". Weiters brachte er verfassungsrechtliche Bedenken auch gegen Teile des §44 Abs1 sowie des §47 Abs3 und 4 GWO vor.
2.1. Der Antrag auf "Aussetzung und Verschiebung der Wahl für den Gemeinderat der Stadt Salzburg am 4. Oktober 1992" war zurückzuweisen, weil weder Art141 B-VG noch andere Rechtsvorschriften dem Verfassungsgerichtshof die Zuständigkeit zur Erlassung derartiger Verfügungen einräumen.
2.2. Der Verfassungsgerichtshof sprach schon wiederholt aus, daß Gegenstand einer Entscheidung im Sinn des Art141 B-VG nur eine bereits stattgefundene Wahl sein kann (VfSlg. 9963/1984, 10218/1984, VfGH 25.9.1990 WI-6/90): Unter "Beendigung des Wahlverfahrens" im Sinn des §68 Abs1 VerfGG 1953, der den Beginn der Wahlanfechtungsfrist festsetzt, muß jener Zeitpunkt verstanden werden, in dem der letzte in Betracht kommende Akt des Wahlverfahrens vollzogen ist.
Da sich die vorliegende Wahlanfechtung gegen eine künftige Wahl (am 4. Oktober 1992) richtet, steht ihrer Behandlung folglich ein Prozeßhindernis entgegen, weshalb sie gleichfalls als unzulässig zurückzuweisen war.
Auch den Anregungen, Normenprüfungsverfahren einzuleiten, war nicht nachzugehen, weil der Verfassungsgerichtshof die kritisierten gesetzlichen Bestimmungen bei der Beurteilung der Zulässigkeit dieser Wahlanfechtung nicht anzuwenden hatte.
2.3. Diese Beschlüsse konnten gemäß §19 Abs3 Z2 lita VerfGG 1953 ohne weiteres Verfahren in nichtöffentlicher Sitzung gefaßt werden.