Timeliness of application to supplement constitutional court decision under § 423 ZPO
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Austrian Constitutional Court dismissed the application as time-barred, upholding the prior cost order that required the respondent party to pay the costs of the constitutional proceedings. The dispute arose after a civil engineering company sought to supplement a previous decision, which had dismissed a withdrawn complaint and awarded costs, by adding the names of the company and its legal representative to enable enforcement through civil courts. The court held that the application, filed nearly two years after the underlying decision was served, violated the strict 14-day deadline for motions to correct or supplement judicial decisions under Section 423(2) of the Code of Civil Procedure, which applies mutatis mutandis to constitutional proceedings under Section 35 of the Constitutional Court Act, rendering a substantive review of whether the requested details constituted a valid ground for supplementation unnecessary.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 423 Abs 2 ZPO; § 35 VfGG: An application to supplement a judgment or decision must be filed within fourteen days of service; failure to meet this strict deadline results in dismissal regardless of the decision's public nature.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVolltext
Der Antrag wird zurückgewiesen.
Begründung:
I. 1. Der Verfassungsgerichtshof hat nach Durchführung eines Vorverfahrens infolge Zurückziehung der Beschwerde das Verfahren hierüber mit Beschluss vom 11. Juni 2003 eingestellt und die Beschwerdeführer für schuldig erkannt, der im verfassungsgerichtlichen Verfahren beteiligten Ziviltechniker-Gesellschaft die Kosten des Verfahrens in der Höhe von € 1.962,-- binnen 14 Tagen bei Exekution zu ersetzen.
2. Die beteiligte Ziviltechniker-Gesellschaft stellt nunmehr - gestützt auf §423 ZPO - den Antrag, die im damaligen Beschluss ergangene Kostenentscheidung des Verfassungsgerichtshofes insbesondere um den Namen der Gesellschaft und jenen ihres (nunmehrigen) Rechtsvertreters zu ergänzen. Sie begründet ihren Antrag damit, dass der Beschluss einer Vollstreckung durch die Zivilgerichte nicht zugänglich sei, da er die zum Kostenersatz berechtigte mitbeteiligte Partei nicht namentlich kennzeichnet und überdies auch deren Rechtsvertreter nicht angibt.
II. 1. Gemäß §423 Abs2 ZPO, den der Verfassungsgerichtshof gemäß §35 VfGG sinngemäß anzuwenden hat, sind Anträge auf Ergänzung eines Urteiles (§423 Abs1 ZPO) binnen 14 Tagen nach Zustellung dieses Urteiles beim Prozessgericht anzubringen. Der Beschluss, dessen "Ergänzung" ausdrücklich beantragt wird, wurde der beteiligten Partei und nunmehrigen Antragstellerin am 9. Juli 2003 zugestellt; der mit 6. September 2005 datierte Ergänzungsantrag der beteiligten Partei langte am 8. September 2005 beim Verfassungsgerichtshof ein.
2. Der Antrag war deshalb als verspätet zurückzuweisen, ohne dass darauf einzugehen war, ob das Begehren der antragstellenden Gesellschaft überhaupt Gegenstand einer Ergänzung iSd §423 ZPO sein konnte.
3. Dieser Beschluss konnte gemäß §19 Abs3 Z2 litb VfGG ohne weiteres Verfahren in nichtöffentlicher Sitzung gefasst werden.